Vorkommen von Tsunamis im Atlantischen Ozean

Tsunamis im Atlanik

Durch intensive Forschungen nach der Tsunami-Katastrophe 2004 entpuppten sich auch viele andere Küsten als Tsunami gefährdet. So ist auch die Atlantikküste und die Mittelmeerküste vor Tsunamis nicht geschützt. Und müssen dadurch besser geschützt werden. Im Atlantik ereigneten sich im Vergleich zum Pazifik wenige Tsunamikatastrophen. Der Tsunami von Lissabon und der von Puerto Rico waren bisher die größten Tsunami-Katastrophen denen tausende Menschen zum Opfer gefallen waren.

Karte über Historische Vorkommen von Tsunamis im Atlantik

Karte über Historische Vorkommen von Tsunamis im Atlantik

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Mögliche Tsunamigefahren im Atlantik

La Palma Tsunami

Ein besonders großes Potenzial für das Auslösen eines Tsunamis besteht bei Inseln mit vulkanischem Ursprung, wie etwa den Kanarischen Inseln. Dass die Kanarischen Inseln eine Gefahr darstellen, zeigte sich vor rund 300.000 Jahren, als ein Teil der Insel El Hierro ins Meer rutschte, einen Megatsunami auslöste und an der Ostküste der heutigen USA hausgroße Felsen mehrere hundert Meter ins Landesinnere trug. Die Gefahr eines derartigen Inselrutsches wird von Wissenschaftlern heutzutage besonders bei der kanarischen Insel La Palma gesehen, auf der sich eine Woche nach dem letzten Vulkanausbruch 1949 beinahe die Hälfte des Berges auf einer Länge von 20 km um bis zu vier Meter westwärts in Richtung Meer verschob und einen großen Riss im vulkanischen Basalt entstehen ließ. Bei einer erneuten Eruption könnte sich aufgrund verschiedenartigen Gesteins und diverser Wasserdepots innerhalb des (aktiven) Vulkanberges ein massiver Teil des Vulkans lösen und ins Meer stürzen, so dass vor allem die dicht besiedelte amerikanische Ostküste massiv bedroht wäre. Nach einer Computersimulation von Stephen N. Ward und Simon Day würde bei einem Abrutschen der Flanke des Vulkans Cumbre Vieja ein Tsunami (in der Grafik lila-rot) über den Atlantik rasen.

Simulation von Stephen N. Ward und Simon Day

Simulation von Stephen N. Ward und Simon Day

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Tabelle über bekannte Tsunami-Katastrophen im Atlantik

Die größten Tsunami Katastrophen im Überblick - weltweit Weitere Informationen zum Tsunami-Alarmsystem aus Presse
Datum Meeresregion Betroffene Regionen Mag. max. Wellen- höhe Opfer  
09.07.1956 Greece Mediterranean Sea, Greece, Amorgos Island, Aedean Islands 7,5 20,00 m 50
11.10.1918 USA USA, Puerto Rico, Mona Passage, Dominican Republic 7,5 6,00 m 116
01.11.1755 Portugal Portugal, Lissabon, United Kingdom, Spain, France, Morocco, Haiti, USA, Cuba, Martinique, Dominica 9,0 12,00 m 60.000
29.09.1650 Greece Mediterranean Sea, Greece, Thera Island, Santorini k. A. 16,00 m k. A.
Quelle: National Geophysical Data Center - Tsunami Event Database Weitere Informationen zum Tsunami-Alarmsystem aus Presse

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Die größten bekannten Tsunamis der Atlantikregion

11.Oktober 1918, Puerto Rico: Am 11. Oktober 1918 ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 7,5 auf der Richterskala in der Mona Passage westlich von Puerto Rico. Das Erbeben erzeugte einen Tsunami der sich bis auf 6 Meter auftürmte und große Zerstörungen entlang der westlichen und nördlichen Küste Puerto Ricos verursachte. Der Tsunami brachte 116 Menschen den Tod und verursachte einen materiellen Schaden von 29 Millionen Dollar.

1. November 1755: Die portugiesische Hauptstadt Lissabon und ihre Einwohner hat ein Erdbeben, entstanden im Ostatlantik, besonders schwer getroffen. Zwei Drittel der Stadt wurden durch ein Feuer zerstört, das in Folge des Erdbebens ausbrach. Die Menschen suchten am Ufer des Tejo Schutz vor den Flammen und wurden dort von haushohen Flutwellen überrascht. 60.000 Menschen verloren ihr Leben. Die Wellen wurden noch in Irland und jenseits des Atlantiks auf den kleinen Antillen bemerkt. An Madeiras Küsten hatten die Wellen noch immer eine Höhe von 15 Metern.

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